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Wenn 30kg plus zweimal 8kg einfach nicht ausreichen

…um mal schnell ans andere Ende der Welt zu wandern.

Als ich vor einer Woche gemeinsam mit Mama meinen Kleiderschrank radikal sortiert habe, waren wir fest davon überzeugt, dass der Rest schon irgendwie in den Koffer passt! Immerhin haben wir alles wohl bedacht auf einen Haufen geschmissen.

Lieblingssachen in den Koffer, alles andere in den Container. Für mich waren irgendwie alles Liebslingssachen. Und ich wollte auch gern alles mitnehmen.

Dann kam die Spedition, um alles mitzunehmen und zu verpacken. Ich dachte immer, es kommen 3 nette Menschen, die liebevoll meine Klamotten und restlichen persönlichen Gegenstände nehmen und behutsam in Kartons verstauen. Wieh darauf kam, kann ich ehrlich nicht mehr sagen :D Jedenfalls hatte ich mich getäuscht. Da kamen plötzlich 3 menschliche Packmaschinen in meine Wohnung gestürmt und haben innerhalb von 20 Minuten alles in Kisten gestopft. JA GESTOPFT!!! Da war nix mit vorsichtig in Luftpolsterfolie wickeln. Folie hier, Pappe da, Ritsch Ratsch kaputtgeschnitten, ratz fatz umwickelt. Schnell alles rausgeschleppt. Und dann stand ich da, in meiner halb leeren Wohnung. Ganz ehrlich. Ich hab Angst um meine 7 Sachen. :D Ich hoffe, Sie überleben die kommenden 6 Wochen auf See.

Es ist 6 Uhr morgens und ich fühle mich verpflichtet, endlich mal etwas zu schreiben. Ich konnt nämlich nicht schlafen. Wie auch – ich wohne seit einer Woche auf  mehr oder weniger gepackten Koffern.

Gestern, einen Tag vor Abreise habe ich mir extra Tante Heike eingeladen. Heike ist nämlich ein Packwunder. Jedes Mal, wenn ich meine Koffer gepackt habe, um in der Weltgeschichte rumzureisen, war der Koffer zu klein! Dann kam Heike, hat alles rausgeschmissen, neu reingelegt. Und welch Wunder, ich hätte plötzlich noch viel mehr einpacken können.

Wir haben, anfangs noch hochmotiviert, gefühlte hundert Mal alles eingepackt und wieder ausgepackt. Sind auf dem Koffer rumgesprungen, waren stolz, dass er zu war und auch ganz schnell enttäuscht, weil er danach zu schwer war. Haben Dinge herausgenommen, nachdem der Koffer erst zu schwer war, was dann dazu geführt hat, dass der Koffer hinterher noch schwerer war!  Nach 3 Stunden waren wir am Ende. Jedoch nur mit den Nerven. Ich musste noch schweren Herzens Einiges aus den Koffern nehmen und wie durch ein Wunder haben wir es dann gegen 20 Uhrdoch noch geschafft!

Die letzte Woche verging wie ein einziger Tag.

Samstag erst die „Afrika Sause“ mit meinen Liebsten! Ich kleines Zebra habe tausende schöne Abschiedsgeschenke bekommen, ein paar Tränchen vergossen, Freunde umarmt und abgeknutscht und dann weiter gefeiert!  Mit Claudi ne wahnsinns Mr. Brightside Performance hingelegt, bin mit Sinchen und Melissa noch ein letztes Mal in diesem Jahr zu Cotton Eye Joe über die Terasse gehüpft.  Wir haben das ein oder andere Sektchen getrunkenund ganze 5 Kisten Bier leer gesüppelt. Ich habe unwissend ein paar Heiratsanträge gemacht, Mamas Seifenspender zerscheppert ( Scherben bringen Glück, sagt man doch), und Steffen zu Liebe 1 oder 2 oder 3 Springböcke getrunken, die mich dann am Sonntag völlig über den Haufen gerannt haben.

Jedenfalls, Danke liebe Familie und Danke liebe Freunde, es war ein toller Abend!

Den Sonntag habe ich mit Sterben verbracht. Montag habe ich mein Visum abgeholt (ganze 4 Tage vor Abreise, ist das zu fassen :!

An den folgenden Tagen habe ich so getan, als hätte der Tag 48 Stunden. Ich habe versucht, alle die mir wichtig sind noch einmal wieder zu sehen sowie überlebenswichtige Dinge erledigt. Gar nicht so leicht.

Dank Cori, Stephan und Lena hab ich immerhin 3 mal gefrühstückt. Ohne Euch hätte ich in den letzten Tagen wohl einfach vergessen, dass man frühstücken muss.

Ich habe Donnerstag den Buschbrand von Claudi´s Nachbarn miterlebt und mein Auto vor den Flammen gerettet. (.Rauch steigt vor Fenster auf: „Vielleicht grillen die?“……2 Minute später….“Ey, die Nachbarn brennen ihr Gebüsch ab!“……“Oh, ich glaub das ist keine Absicht“ “ AAAHHHH, Wir müssen die Autos reeeeetteeeeen!“

Ja, Freitag früh hielt mich (ich hatte es eilig) ein extrem cooler Opi auf, als er  mit rasender Geschwindigkeit genau mittig  Hauptstraße entlang düste.

Ich werde Deutschland in guter Erinnerung behalten.

Hach, ich bin so tierisch aufgeregt. Ich möchte hüpfen und springen und lachen und weinen und schreien und voller Vorfreude in die Hände klatschen!

Die Koffer sind nun zu, die 30kg plus zweimal 8kg Freigepäck bis auf das letzte Gramm ausgereizt. Und irgendwie habe ich es noch immer nicht realisiert, dass ich jetzt ans andere Ende der Welt ziehe. Für 365 Tage.

Man packt sein Leben halt doch nicht mal eben in 3 Koffer, denn es ist weitaus mehr als 46kg Gepäck…..

30.7.11 07:06, kommentieren